Das sind die 4 Verhaltensweisen, die wirklich Karriere machen, laut Psychologie (und es sind nicht die, die du denkst)

Hier sind die wichtigsten Verhaltensweisen erfolgreicher Menschen im Berufsleben, laut Psychologie

Du kennst sie bestimmt: diese Kolleginnen und Kollegen, die scheinbar mühelos die Karriereleiter hochklettern, während du dich fragst, ob sie einen geheimen Cheat-Code fürs Leben haben. Spoiler: Den gibt es nicht. Aber es gibt etwas noch Besseres – eine ganze Sammlung wissenschaftlich belegter Verhaltensweisen, die du tatsächlich lernen kannst. Und nein, dabei geht es nicht darum, ein rücksichtsloser Egomane zu werden oder jeden Morgen um vier Uhr aufzustehen. Die Wahrheit ist weitaus interessanter.

Die Forschung der Arbeits- und Organisationspsychologie der letzten Jahrzehnte hat etwas Ermutigendes gezeigt: Beruflicher Erfolg hat weniger mit angeborenem Talent zu tun als mit spezifischen Verhaltensweisen, die du gezielt entwickeln kannst. Das ist keine Motivations-Plattitüde, sondern das Ergebnis systematischer Langzeitstudien mit Hunderten von Berufstätigen. Die Wissenschaft hat nämlich genau hingeschaut, was erfolgreiche Menschen anders machen – und die Antworten widersprechen vielen Hollywood-Klischees über Karriere.

Plot Twist: Die größten Arschlöcher machen nicht die beste Karriere

Fangen wir mit dem größten Missverständnis an: der Vorstellung, dass aggressive, manipulative Menschen automatisch nach oben kommen. Eine umfangreiche Studie mit etwa sechshundertsiebzig Hochschulabsolventen, die über zehn bis vierzehn Jahre ihres Berufslebens wissenschaftlich begleitet wurden, hat etwas Überraschendes herausgefunden.

Die Forschergruppe um Cameron Anderson untersuchte, ob Persönlichkeitszüge wie Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie – also die sogenannte dunkle Triade – systematisch mit Karriereerfolg zusammenhängen. Das Ergebnis war eindeutig: Menschen mit hohen Werten auf der dunklen Triade hatten weder höhere Positionen noch höhere Gehälter als ihre weniger rücksichtslosen Kolleginnen und Kollegen. Selbst in besonders kompetitiven Branchen, die als echte Haifischbecken gelten, brachte aggressives Verhalten keinen systematischen Vorteil.

Stattdessen identifizierten die Wissenschaftler vier zentrale Verhaltensweisen, die wirklich einen Unterschied machen – und diese haben nichts mit toxischer Ellbogenmentalität zu tun. Erstens: Durchsetzungsfähigkeit, nicht Aggression. Das ist ein entscheidender Unterschied. Durchsetzungsfähig zu sein bedeutet, klar zu kommunizieren, für die eigenen Ideen einzustehen und Entscheidungen zu treffen – ohne dabei andere niederzumachen oder zu manipulieren. Menschen mit dieser Fähigkeit werden als kompetent und führungsstark wahrgenommen, ohne Feinde zu hinterlassen.

Zweitens: Politisches Geschick und das strategische Aufbauen von Verbündeten. Bevor du jetzt innerlich die Augen verdrehst: Damit ist nicht gemeint, dass du zum Intriganten werden sollst. Es geht um soziale Intelligenz. Erfolgreiche Menschen verstehen die informellen Strukturen ihrer Organisation, sie wissen, wer Einfluss hat, und sie bauen strategische Beziehungen auf. Die Forschung nennt das political skill – eine Form von sozialer Effektivität, die in zahlreichen Studien positiv mit Beförderungen und Gehalt verknüpft ist.

Drittens: Fachliche Kompetenz und Effektivität. Überraschung: Tatsächlich gut in seinem Job zu sein, hilft wirklich. Metaanalysen zeigen, dass berufsrelevante Kompetenzen starke Prädiktoren für Arbeitsleistung und damit indirekt auch für Karriereerfolg sind. Kein noch so gutes Netzwerk ersetzt die Notwendigkeit, verlässliche Ergebnisse zu liefern.

Viertens: Soziale Zugewandtheit gegenüber Kollegen. Menschen, die andere unterstützen, gut zusammenarbeiten und zum Team beitragen, haben langfristig bessere Karrierechancen als Einzelkämpfer. Helfendes Verhalten hängt messbar positiv mit Leistungseinschätzungen, Beförderungen und Lohnentwicklungen zusammen. Das widerspricht komplett dem Klischee vom einsamen Wolf an der Spitze.

Besonders interessant: Die Studie zeigte auch, dass extravertierte Menschen häufiger erfolgreich sind – aber nicht, weil Extraversion magisch belohnt wird, sondern weil diese Menschen tendenziell mehrere dieser vier Verhaltensweisen gleichzeitig gut beherrschen. Die gute Nachricht für alle Introvertierten: Diese Verhaltensweisen kann man gezielt trainieren, auch wenn man eher zurückhaltend ist.

Der unheimliche Unterschied zwischen Karriere machen und wirklich gut sein

Jetzt wird es richtig spannend. Forschungen der Wirtschafts- und Führungspsychologie haben einen faszinierenden Unterschied entdeckt: Menschen, die schnell Karriere machen, und Menschen, die besonders effektiv in ihrer Arbeit sind, sind nicht unbedingt dieselben Personen. Diese beiden Gruppen überschneiden sich weniger stark, als man denken würde.

In klassischen Studien von Fred Luthans und seinem Team wurde untersucht, wie Manager ihre Arbeitszeit verwenden. Die Forscher unterschieden vier Aktivitätskategorien: traditionelle Managementaufgaben, Kommunikation, Personalmanagement und Networking. Dann verglichen sie zwei Gruppen: die effektivsten Führungskräfte und die karriereerfolgreichsten Führungskräfte.

Die effektivsten Führungskräfte – also diejenigen, deren Teams die besten Ergebnisse lieferten – verbrachten viel Zeit mit Routinekommunikation, Coaching und der Betreuung ihrer Mitarbeiter. Sie kümmerten sich intensiv darum, dass die Arbeitsprozesse reibungslos laufen. Die karriereerfolgreichsten Führungskräfte hingegen – also diejenigen, die am schnellsten befördert wurden – verbrachten fast die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Networking. Sie investierten deutlich weniger Zeit in ihr direktes Team und mehr Zeit damit, Beziehungen zu einflussreichen Menschen in der Organisation aufzubauen.

Das ist kein Werturteil, sondern eine nüchterne Beobachtung der Realität. Wenn dein Ziel ist, schnell aufzusteigen, ist strategisches Networking extrem wichtig. Wenn dein Ziel ist, hervorragende Arbeitsergebnisse zu liefern, ist intensive Teamarbeit wichtiger. Idealerweise findest du eine Balance zwischen beiden – aber es ist entscheidend zu verstehen, dass diese beiden Ziele unterschiedliche Verhaltensweisen erfordern.

Ein besonders wichtiges Konzept aus dieser Forschung ist die sogenannte Führung nach oben. Erfolgreiche Menschen beeinflussen nicht nur ihr Team, sondern auch ihre Vorgesetzten. Sie machen ihre Leistungen sichtbar, verstehen die Prioritäten ihrer Chefs und positionieren sich geschickt bei wichtigen Entscheidungen. Metaanalysen zeigen deutlich, dass diese Fähigkeit relevant für Karrierefortschritte ist – auch wenn sie in vielen Führungstrainings vernachlässigt wird.

Was du wirklich an dir ändern kannst und was nicht

An diesem Punkt fragst du dich vielleicht: Moment mal, was ist mit Persönlichkeit? Sind manche Menschen nicht einfach geborene Führungskräfte? Die Antwort ist komplizierter, als ein einfaches Ja oder Nein. Systematische Untersuchungen zeigen tatsächlich Zusammenhänge zwischen bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und beruflichem Erfolg. Besonders drei der sogenannten Big Five-Persönlichkeitsdimensionen stechen heraus: emotionale Stabilität, hohe Gewissenhaftigkeit und Extraversion korrelieren mit beruflichem Erfolg.

Aber – und das ist entscheidend – diese Korrelationen sind nur moderat. Das bedeutet in einfachen Worten: Ja, Persönlichkeit spielt eine Rolle, aber sie ist keineswegs alles bestimmend. Viele andere Faktoren sind mindestens genauso wichtig, und viele davon sind veränderbar. Die Forschung unterscheidet zwischen objektivem und subjektivem Berufserfolg. Objektiver Erfolg umfasst messbare Dinge wie Gehalt, Position und Status. Subjektiver Erfolg bedeutet, wie zufrieden du mit deiner Karriere bist und ob du deine Arbeit als erfüllend empfindest. Hier kommt der Knackpunkt: Die beiden korrelieren nur mäßig miteinander. Du kannst also eine beeindruckende Karriere haben und dich trotzdem unerfüllt fühlen – oder umgekehrt in einer weniger prestigeträchtigen Position arbeiten und deine Arbeit als zutiefst befriedigend erleben.

Die wirklich gute Nachricht: Berufliche Kompetenzen und Karriere-Selbstmanagement – beides erlernbare Fähigkeiten – tragen substanziell zu beiden Formen des Erfolgs bei. Karriere-Selbstmanagement bedeutet zum Beispiel, dir klare Ziele zu setzen, gezielt nach Entwicklungsmöglichkeiten zu suchen, deine Kompetenzen systematisch auszubauen und strategisch über deinen Karriereweg nachzudenken. Das kann jeder lernen.

Warum Optimisten tatsächlich besser bezahlt werden

Jetzt verlassen wir die Welt der Persönlichkeitsmerkmale und kommen zu etwas, das du wirklich aktiv beeinflussen kannst: dein Mindset. Die Positive Psychologie hat in den letzten Jahren faszinierende Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Denkmustern und beruflichem Erfolg geliefert. Judith Mangelsdorf, Professorin und Forscherin im Bereich Positive Psychologie, fasst internationale Forschung zusammen und kommt zu einem beeindruckenden Ergebnis: Menschen mit einer optimistischen Grundhaltung bekommen langfristig eher höherwertige und besser bezahlte Jobs.

Warum? Nicht weil das Universum Optimisten belohnt, sondern weil sie sich anders verhalten. Optimisten trauen sich mehr zu, sie bewerben sich auf anspruchsvollere Positionen, sie gehen mit höheren Gehaltsvorstellungen in Verhandlungen und sie lassen sich von Rückschlägen nicht so leicht entmutigen. Längsschnittstudien zeigen, dass eine optimistische Erklärungsweise – also die Tendenz, negative Ereignisse als vorübergehend und veränderbar anzusehen – mit besseren objektiven Ergebnissen wie höherem Einkommen und beruflichem Aufstieg zusammenhängt.

Eng damit verbunden ist das Konzept des Growth Mindset, das von Carol Dweck entwickelt wurde. In zahlreichen Studien konnte Dweck zeigen, dass Menschen, die Fähigkeiten als grundsätzlich entwickelbar ansehen statt als fest und unveränderlich, nach Rückschlägen häufiger weiterlernen, mehr Anstrengung investieren und langfristig bessere Leistungsentwicklungen zeigen. Dieser Unterschied in der Interpretation hat massive Auswirkungen auf das Verhalten. Wer Rückschläge als Lernchancen sieht, probiert es nach einer Absage einfach wieder. Wer sie als Zeichen seiner mangelnden Eignung interpretiert, gibt möglicherweise zu früh auf oder traut sich gar nicht erst, sich auf ambitionierte Positionen zu bewerben.

Menschen mit Growth Mindset fragen sich nach einem Misserfolg: Was kann ich daraus lernen? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Statt zu denken Ich bin einfach nicht gut genug, denken sie Ich beherrsche diese Fähigkeit noch nicht gut genug. Dieses kleine Wort noch macht einen enormen Unterschied. Die Forschung zeigt auch, dass Menschen, die Sinn und Erfüllung in ihrer Arbeit finden, Rückschläge besser verkraften als Menschen, die rein statusorientiert arbeiten. Wenn du weißt, warum deine Arbeit wichtig ist und welchen Beitrag du leistest, hilft dir das, durch schwierige Phasen durchzukommen.

Die unterschätzte Macht der Kooperation

Es gibt einen weiteren verbreiteten Mythos über Karriereerfolg, den wir dringend aus der Welt schaffen müssen: die Vorstellung, dass rücksichtslose Eigenbrötler am erfolgreichsten sind. Die Forschung von Adam Grant und anderen zeigt das genaue Gegenteil. Grant unterscheidet zwischen drei Typen von Menschen: Geber, die anderen helfen ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten, Nehmer, die hauptsächlich ihren eigenen Vorteil suchen, und Tauscher, die nach dem Prinzip Ich helfe dir, du hilfst mir agieren.

Seine Forschung zeigt, dass unter den erfolgreichsten Menschen überproportional viele Geber sind – aber mit einer wichtigen Einschränkung. Es sind die klugen Geber, die erfolgreich sind: Menschen, die anderen helfen und das Team unterstützen, dabei aber klare Grenzen setzen und sich nicht ausnutzen lassen. Diese Form der Kooperation hat mehrere Vorteile: Du baust ein Netzwerk von Menschen auf, die dich unterstützen. Du wirst als Teamplayer wahrgenommen, was bei Beförderungsentscheidungen positiv ins Gewicht fällt. Du lernst viel, weil du mit unterschiedlichen Menschen und Projekten in Kontakt kommst. Und du schaffst ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen gerne mit dir zusammenarbeiten.

Studien zeigen, dass Teams mit vielen kooperativen Mitgliedern insgesamt bessere Ergebnisse erzielen – was wiederum allen Beteiligten zugutekommt. Kooperation ist also kein Nullsummenspiel, bei dem einer verliert wenn der andere gewinnt, sondern kann für alle Beteiligten Vorteile schaffen.

Was das alles konkret für dich bedeutet

Okay, genug Theorie. Was kannst du mit all diesen Erkenntnissen anfangen? Die gute Nachricht ist: Auch wenn manche Faktoren für beruflichen Erfolg außerhalb deiner Kontrolle liegen, gibt es eine ganze Reihe von Verhaltensweisen, die du systematisch entwickeln kannst. Wissenschaftlich belegt sind vor allem diese Strategien, die du direkt umsetzen kannst.

Investiere bewusst in strategisches Networking. Studien zeigen, dass Umfang und Qualität beruflicher Netzwerke mit Beförderungen, Gehalt und Karriereunterstützung zusammenhängen. Das bedeutet nicht, dass du jede Afterwork-Veranstaltung besuchen musst. Aber überlege dir strategisch: Wer sind die Entscheider in meiner Organisation? Wie kann ich sichtbarer machen, was ich leiste? Manchmal reicht es, regelmäßig kurze Updates an wichtige Stakeholder zu schicken oder sich gezielt für abteilungsübergreifende Projekte zu melden. Entwickle die Fähigkeit, nach oben zu führen. Verstehe die Prioritäten deiner Vorgesetzten. Mache deine Erfolge sichtbar, ohne anzugeben. Bringe Lösungen, nicht nur Probleme. Positioniere dich bei wichtigen Entscheidungen so, dass deine Expertise wahrgenommen wird. Eine gute Arbeitsbeziehung zum Vorgesetzten ist konsistent mit Karriereerfolg und besseren Leistungsbewertungen verbunden.

Arbeite an deinem Growth Mindset. Wenn du einen Rückschlag erlebst, frage dich bewusst: Was kann ich daraus lernen? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Interventionen, die ein Growth Mindset fördern, zeigen in Studien, dass Menschen nach Rückschlägen mehr Durchhaltevermögen entwickeln und langfristig bessere Leistungsentwicklungen erzielen. Sei ein kluger Geber. Unterstütze deine Kollegen, teile dein Wissen, hilf anderen bei Problemen – aber setze dabei klare Grenzen. Wenn jemand deine Hilfsbereitschaft systematisch ausnutzt, ist es völlig okay, Nein zu sagen. Die Forschung zeigt, dass Geber dann erfolgreich sind, wenn sie ihre Hilfsbereitschaft mit klaren Grenzen kombinieren.

Pflege deine fachliche Kompetenz. Allgemeine kognitive Fähigkeiten und fachliche Kompetenz gehören zu den robustesten Prädiktoren beruflicher Leistung. Investiere kontinuierlich in deine Weiterbildung, bleibe auf dem aktuellen Stand und liefere verlässliche Ergebnisse. Networking ersetzt diese Basis nicht. Kultiviere emotionale Stabilität. Obwohl Persönlichkeitsmerkmale relativ stabil sind, kannst du lernen, besser mit Stress umzugehen und deine Emotionen zu regulieren. Ob durch Achtsamkeitstraining, Sport oder andere Methoden – Interventionen zur Förderung von Resilienz und Emotionsregulation zeigen in Studien positive Effekte auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Burnout-Risiko.

Die unbequeme Wahrheit: Es gibt keine Garantien

Bevor wir zum Ende kommen, müssen wir noch über etwas Wichtiges sprechen: Auch wenn du all diese Verhaltensweisen perfekt umsetzt, gibt es keine Garantie, dass du an die Spitze deiner Organisation kommst oder Millionär wirst. Beruflicher Erfolg wird auch von Faktoren beeinflusst, die außerhalb deiner Kontrolle liegen. Strukturelle Faktoren spielen eine Rolle: Die Branche, in der du arbeitest, die wirtschaftliche Lage, demografische Entwicklungen, manchmal leider auch Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder Herkunft. Diese Faktoren zu ignorieren, wäre unehrlich.

Außerdem ist wichtig zu verstehen, dass objektiver Karriereerfolg nicht dasselbe ist wie ein erfülltes Berufsleben. Die Forschung zeigt deutlich, dass beide nur moderat zusammenhängen. Du kannst eine beeindruckende Karriere haben und dich unglücklich fühlen. Oder du kannst in einer weniger prestigeträchtigen Position arbeiten und deine Arbeit als zutiefst befriedigend erleben. Die Verhaltensweisen, über die wir gesprochen haben, erhöhen deine Chancen auf beruflichen Erfolg – sowohl objektiv als auch subjektiv. Aber sie sind keine magische Formel, die automatisch zum Traumjob führt. Es ist realistischer, sie als Werkzeuge zu sehen, die dir mehr Handlungsspielraum und mehr Möglichkeiten eröffnen.

Die wirklich gute Nachricht

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus all dieser Forschung ist: Beruflicher Erfolg ist weniger eine Frage von angeborenem Talent oder Glück, als die meisten Menschen denken. Ein großer Teil der Faktoren, die Erfolg beeinflussen, sind tatsächlich erlernbar und entwickelbar. Du musst nicht als extravertierte, selbstbewusste Führungspersönlichkeit geboren sein. Du kannst lernen, strategischer zu netzwerken. Du kannst deine Durchsetzungsfähigkeit trainieren, ohne aggressiv zu werden. Du kannst ein Growth Mindset entwickeln. Du kannst deine fachlichen Kompetenzen systematisch ausbauen. Du kannst lernen, nach oben zu führen und gleichzeitig ein guter Teamplayer zu sein.

Keine dieser Fähigkeiten kommt über Nacht. Aber genau das ist der Punkt: Erfolg ist weniger ein Moment der Erleuchtung als ein Prozess der kontinuierlichen Entwicklung. Die Menschen, die in ihrer Karriere vorankommen, sind meist nicht die, die alles von Anfang an perfekt konnten, sondern die, die kontinuierlich an sich arbeiten und aus ihren Erfahrungen lernen. Longitudinalstudien zeigen, dass solche Kompetenzen sich über die Zeit entwickeln und Karrieren messbar beeinflussen können. Menschen, die kontinuierlich an sich arbeiten, aus Erfahrungen lernen und ihr Verhalten anpassen, haben langfristig größere Chancen auf beruflichen Fortschritt und Zufriedenheit.

Also, wenn du das nächste Mal neidisch auf diese scheinbar mühelos erfolgreichen Kollegen blickst: Die Chancen stehen gut, dass sie nicht mit einem Erfolgs-Gen geboren wurden. Sie haben wahrscheinlich einfach einige dieser Verhaltensweisen verinnerlicht – bewusst oder unbewusst. Und das Schöne daran ist: Was andere können, kannst du auch lernen. Es braucht nur Zeit, Geduld und die Bereitschaft, auch mal aus der Komfortzone zu kommen. Vielleicht ist das die wichtigste Lektion von allen: Erfolg ist kein Schicksal, sondern eine Fähigkeit. Und Fähigkeiten kann man entwickeln. Die Forschung der letzten Jahrzehnte zeigt unmissverständlich, dass die Kombination aus dispositionalen Merkmalen und erlernbaren Verhaltensweisen wie Networking, politischem Agieren, sozialer Zugewandtheit und Karriere-Selbstmanagement beruflichen Erfolg erklärt. Verhaltens- und motivationspsychologische Ansätze wie Growth Mindset, Optimismus und zielgerichtetes Selbstmanagement beweisen, dass Menschen ihr Verhalten und ihre Einstellungen systematisch entwickeln können – was sowohl objektiven Erfolg als auch subjektive Erfüllung im Beruf beeinflusst. Der Ball liegt jetzt bei dir. Die Wissenschaft hat dir die Werkzeuge gegeben. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung.

Welche Verhaltensweise fördert am meisten Karriereerfolg?
Durchsetzungsfähigkeit
Politisches Geschick
Fachliche Kompetenz
Soziale Zugewandtheit

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